2010-02-11

Seife selber machen

Handgemachte Seifen haben mittlerweile einen ähnlichen Bekanntheitsgrad wie handgezogene Kerzen, Strickereien und ähnliche irgendwo zwischen Handwerk und Kunsthandwerk abgesiedelte Produkte, die typischerweise auf Weihnachts-, Kunsthandwerker- oder Biomärkten angeboten werden. Weiterhin ist Seife selber machen ein schönes und zunehmend beliebtes Hobby. Um richtige Seife, sogenannte Naturseife, selbst zu machen, muss man aber einigermaßen ambitioniert sein, da die Herstellung nicht ganz ohne ist.

Zwei Arten von handgemachter Seife

Beim Seife selber machen muss man zwischen Glyzerinseife und echter Seife unterscheiden. Für erstere gibt es in Bastelläden auch Gießseife genannte Fertigmischungen. Die Herstellung ist einfach und völlig ungefährlich, mit Dekorationen und individuell zusammengestellten Düften kann man kleine Kunstwerke zum verschenken fertigen. Es handelt sich dabei aber im eigentlichen Sinn nicht um Seife. Für die Schaumbildung und Waschwirkung sind künstliche Tenside verantwortlich.

Echte Seife wird dagegen auf Basis von Fetten und Ölen hergestellt. Durch eine chemische Reaktion mit starker Lauge entsteht dabei Seife. Für die sogenannte Naturseife werden in der Regel rein pflanzliche Öle und andere natürliche Zusatzstoffe verwendt. Wenn man handgemachte Seife kaufen und nicht selber machen will, ist jedoch ein wenig Umsicht angebracht, da der Begriff Naturseife nicht geschützt ist, und nicht selten auch alles andere als natürliche Produkte darunter verkauft werden.

Ein besonderes Anliegen: Zum Herstellen von Seife wird häufig die Verwendung von Palmöl empfohlen. Dessen rücksichtslos intensiver Anbau gefährdet jedoch den Bestand der Regenwälder in Indonesien mit katastrophalen Folgen für die Tier-und Pflanzenwelt, insbesondere für die letzten wild lebenden Orang Utans. Deshalb sollte auf Palmöl verzichtet und statt dessen auf Alternativen wie Kokosöl ausgewichen werden.

Sicherheitsvorkehrungen

Beim Seife herstellen wird stark ätzende Natronlauge verwendet, deshalb sind immer entsprechende Sicherheitsverkehrungen zu treffen. Die Gefäße und Werkzeuge aus Edelstahl müssen griffbereit sein, Haut und Augen müssen mit Schutzbrille, dicken Gummihandschuhen und einer Plastikschürze geschützt sein. Die Werkzeuge und Gefäße sollten ausnahmslos aus Edelstahl sein. Um Laugenspritzer sofort mit kaltem Wasser abwaschen zu können, muss sich in unmittelbarer Nähe ein Waschbecken mit fließend Wasser befinden, außerdem muss der Raum gut durchlüftet sein, da beim Herstellen der Laugenlösung ätzende Dämpfe frei werden. Bei der Handhabung muss bedacht werden, dass auch die rohe Seifenmasse ätzend ist, deshalb immer die Handschuhe tragen und ausreichend Papierküchentücher bereithalten, um ggf. Seifenreste von Gefäßen entfernen zu können.

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